| Ergebnis | Strecke | Bilder |
St. Wendel im Saarland: Auch dieses Jahr gab es wieder den Bike Marathon in St. Wendel. Auf der idenischen Strecke wie 2008 waren 107 km und 2500 hm zurückzulegen. Damit ich pünktlich a
m Start um 9.00 stehen konnte, musste ich Aber erst einmal der Reihe nach. Was diesen Marathon auch interessant macht, ist, dass die Lizenzfahrer in einem separaten Startblock 10 Minuten vor den Hobby-Bikern auf die Strecke geschickt werden. D.h. die Hobbyfahrer haben ein "eigenes" Rennen mit einer eigenen Renntaktik. Da die Temperaturen heute mild waren und auch kein Regen fiel,waren die äußeren Bedingungen ideal für den Bike Marathon.
Der Start erfolgte wie immer pünktlich und mit AC/DC's Hymne Highway to Hell wurden wir auf die Strecke geschickt. Sofort dem Start geht es erst einmal 100 Höhenmeter bergauf. Dort wurde das Feld gleich auseinandergezogen und es formierte sich eine 8 köpfige Spitzengruppe. Da ich die Strecke vom letzten Jahr noch sehr gut kannte und wußte, dass die zweite Runde wesentlich schwerer ist als die Erste, hielt ich mich mit der Führungsarbeit ein wenig zurück und ließ erst einmal die anderen fahren. Da es ein Fahrer von Anfang an sehr eilig hatte, machte er einen großen Teil der Arbeit und wir anderen konnten erst einmal hinten fahren. Nach ca. 30km zerfiel an einem Anstieg dann diese Gruppe und wir waren nur noch zu viert. Ich fuhr zwar auch Führungen, aber ich achtete darauf, meine Kräfte nicht sinnlos zu verschleudern. Letztes Jahr machte ich diesen Fehler in der ersten Runde ebenfalls und bekam die Rechnung dafür in der zweiten Runde schmerzhaft in die Oberschenkel serviert.
Daher wählte ich diese Jahr eine andere Taktik und stellte fest, dass mein Fehler aus dem Vorjahr dieses Jahr von den Konkurrenten gemacht wurde. Nach gut 2.15 Stunden fuhren wir in die zweite Runde. Noch waren wir zu viert, aber das sollte sich nun bald ändern. Nach der Hälfte der Strecke waren erst 1000 von 2500 Höhenmetern absolviert. Die Schwierigkeiten sollten jetzt erst beginnen.
Unser noch junger und etwas unerfahrener Begleiter, der viel in der Führung war, musste eingangs der zweiten Runde seinem Tempo Tribut zollen. Am ersten steilen Anstieg, einem asphaltierten Weg mit bis zu 16% Steigung verlor er und der vierte Fahrer den Anschluss. Zu zweit fuhren wir nun weiter. Es folgte eine lange Trail- und Waldpassage. Nach ca. 60 gefahrenen Kilometern setzte ich meine seit zwei Stunden geplante Attacke. Die Stelle hatte ich mir in der ersten Runde schon zurechtgelegt. Mit einem harten Antritt konnte ich meinen letzten verbliebenen Begleiter distanzieren. Ich ließ ihn vorher noch ein paar hundert Meter Führung fahren, damit er möglichst nicht mehr frisch ist. Die Stelle war deshalb geeignet, weil es jetzt immer wieder steil bergauf ging und über Trails wieder hinunter. So fuhr ich nun die nächste halbe Stunde am Anschlag um den Vorsprung zu vergrößern und aus der Sichtweite des Anderen zu fahren.
Vielleicht hätte ich noch etwas warten sollen, denn der Nachteil der Aktion war, dass ich nun 45 km allein zum Ziel fahren musste. Es ging über knackige Trails und bis zu 25% steile Anstiege weiter, die einem langsam aber sicher die Substanz aus den Beinen zog.
Ich konnte noch einige Lizenzbiker überholen und fuhr dem Ziel entgegen. Die ganze Zeit hoffte ich, dass nicht ein Platten oder Sturz den Vorsprung noch zunichte machen würde. Ich hatte Glück, die Pneus hielten, aber leider die Kraft nicht ganz. Mein Körper schaltete auf Resereve um und ich musste das Tempo drosseln. Die letzten 20 km waren dann wirklich zäh und ich musste mich trotz des guten Platzes am Ende ins Ziel quälen. Die ständigen Anstiege, Kurven und Kehren und Rythmuswechsel fordern ihren Tribut.
Nach 4:35 Stunden erreichte ich endlich das Ziel und konnte so meinen dritten Saisonsieg einfahren. Die Konkurrenz konnte am Ende auch nicht mehr zulegen und so kam ich mit über 4 Minuten Vorsprung ins Ziel. Trotzdem hatte mich wieder völlig verausgabt. Aber das gehört nun mal dazu zum Bikesport. Im Vergleich zum Vorjahr hatte ich mich um 4 Minuten verbessert. Immerhin! Auch als alter Sack kann man noch besser werden. Oder war das nur die Erfahrung?
Auf Immo gehe ich hier nicht weiter ein. Vielleicht sollte er mal Skistöcke zum Biken mitnehmen. Dann wirds vielleicht wieder was...

Leider wurde das Rennen von einem Todesfall überschattet. Ein Fahrer erlitt wohl einen Herzinfarkt und verstarb noch an der Rennstrecke. Daher gab es heute auch keine Siegerehrung. Das wäre auch nicht angemessen gewesen. Mein Mitgefühl gilt der Familie des Fahrers. Ich erfuhr davon auch erst nach dem Zieleinlauf. Solch ein tragisches Ereignis lässtt den sportlichen Erfolg natürlich fürchterlich unwichtig erscheinen. Klar, das wichtigste ist immer, das man gesund wieder nach Hause kommt. Dieser Fahrer hat dieses Glück leider nicht gehabt.
Mal sehen, ob diese Saison noch was kommt. Am zweiten Oktoberwochenende ist noch der Spiegelberg Marathon. Danach ist die Saison abgeschlossen und es geht in die Winterpause.
Bis demnächst. Marcus




