Auf der dritten Etappe der diesjährigen Vaude Trans Schwarzwald kam der Mann mit dem Hammer. Leider von Kilometer 0 bis ins Ziel.
Heute lief leider gar nichts zusammen. Ich hatte es nach dem gestrigen Kraftakt mit meiner 60 km Solofahrt fast befürchtet.
Der 16. Platz in der Tageswertung in meiner Altersklasse
bzw. der 43. Gesamtrang spiegeln dies auch wieder. Wobei ich noch Glück hatte. Jeder Kilometer mehr hätte mich mindestens 2 Plätze gekostet.
Direkt nach dem Start ging es erst einmal in Freudenstadt ca. 100 Höhenmeter nach oben. Danach weiter wellig durch den Wald bis zum Kniebis. Ich hatte schon hier Probleme in die große Gruppe zu kommen. In der Gruppe verlor ich bei jeder Welle richtig Platz. Um mich herum waren unter anderem zwei Mixed Teams, die schnellste Frau Milena Landwig und diverse andere Fahrer, die ich auf den ersten beiden Etappen bisher nicht zu Gesicht bekam.
Ich merkte schnell, das es heute nur ums Durchkommen ging. Die richtige Gruppe mit Uli Rottler und Sven Winter, die sich heute die Führung im Masters Team zurückholten, konnte ich am Berg nicht halten. Bergab fuhr ich die Löcher wieder zu, aber am nächsten Anstieg ging das ganze von vorne los.
Nach 22 km folgte ein langer Anstieg bis zur Alexanderschanze. Von 500 auf knapp 1000 m Höhe. Schnell war ich wieder allein. Die gesamte Gruppe um mich herum war schneller.
Nach ca. 2 km steilem Anstieg ging es mit 2-4% weiter über Schotter nach oben. Hier stand richtig der Wind. Aber nicht nur der. Ich stand auch. Ich hatte das Gefühl nicht vom Fleck zu kommen.
Von hinten kam Thorsten Marx, der defekt hatte, und er nahm mich netterweise ca. 3 km mit. Aber selbst im Windschatten musste ich Anschlag fahren. Nach dem Hochpunkt an der Alexanderschanze musste ich weiter allein gegen den Wind kämpfen. Es ging ständig hoch und runter. Kein richtiger Berg, aber auch keine Abfahrt. Es war eine einzige Qual.
Irgendwann kam die Abfahrt nach Rippoldsau. Aber noch waren 8 km zu fahren. Es ging einen steilen matschigen Weg nach oben. Ich war komplett platt. Ich musste runter vom Rad und kam auch schiebend kaum voran. Zwei Fahrer überholten mich, weitere tauchten auf einmal von hinten auf.
Auf dem folgenden Downhill- Trail machte ich wieder Boden gut. Endlich geschafft!, dachte ich noch 1 km bis ins Ziel. Jetzt noch einmal drücken und dann die Etappe abhaken.
Es ging um die Kurve und dann kam sie: Die Mauer! Die Wand! Der Scharfrichter! Zumindest für mich. Irgend jemand kam auf die glorreiche Idee, auf den letzten 1000 Metern noch einmal einen 25%- igen Anstieg einzubauen, der zu allem Überfluss auch noch in einem Grasweg endete. Natürlich wurde ich sofort überholt. Ich stand wie eine Parkuhr. Da hätte heute jeder ein Ticket ziehen können.
Total am Ende ging es ins Ziel. Der 9. Gesamtplatz ist erst einmal weg. Platz 11 ist es heute.
Morgen folgt wieder eine hammerharte Etappe nach Schonach mit einem fiesen Treppentrail zum Hochrennen in Hornberg. 73km und 2300 Höhhenmeter. Ich hoffe, die Beine sind morgen besser. Jetzt trinke ich hier in diesem netten Eiscafe in Freudenstadt erst einmal meinen Cappuccino leer und dann gehen wir eine runde in die Sauna. Sollten die Beine morgen wieder streiken, dann fliegen sie raus! So!
Haider Knall, mein Laufradsponsor und Meister des Bikes, der unter anderem auch gute Fahrer sponsort- Die Pfrommers, heute Platz 2 in der Teamwertung - meinte nur: " Dein Problem steht in der Geburtsurkunde!" Da hat er Recht!
In meinem Alter sollte man eigentlich bei dem Wetter vor dem Ofen sitzen und Heizdecke benutzen.
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